Als ich vor rund vier Jahren begann, meine Facebook-Fanpage ins Leben zu rufen und mit den Inhalten zu experimentieren, war für mich die einzig wichtige Zahl die der Fans. Wieviele Fans hat meine Seite heute? Sind über Nacht vielleicht neue dazugekommen? Und ähnlich glücklich, wie wenn die Zahl auf der Waage niedriger wurde, war ich, wenn meine Facebook-Seite neue Fans gewann.

Anfangs waren das natürlich „nur“ Freund und Bekannte. Mit der Zeit kamen neue Gesichter dazu. Irgendwann kamen aber auch Tage, an denen ich feststellte, dass ich plötzlich weniger Fans hatte. Und schon ging die Grüblerei los:

  • Was habe ich falsch gemacht?
  • Habe ich mit dem Posting jemanden persönlich angegriffen?
  • Lohnt sich der Aufwand einer Facebook-Seite überhaupt, wenn doch sowieso alle (!!!) abspringen?
  • Was soll ich denn überhaupt posten, wenn sich danach ständig (!!!)  jemand abmeldet?

Und so weiter und so fort. Kennst du vielleicht.

Du kannst es nicht jedem recht machen.

Einer meiner meistgehassten Sätze, weil er so wahr ist. Mein Vorteil war von Anfang an, dass ich meine Fanpage nicht dazu ins Leben gerufen hatte, um es jemand anderem recht zu machen. Nein, die Seite war vielmehr für mich selbst gedacht, um meine Fortschritte zu dokumentieren und meinem Blog eine weitere Plattform zu bieten, sich zu verbreiten. Trotzdem fühlte ich mich immer ein wenig unwohl, wenn die Fans absprangen.

Dazu kam im Laufe der Jahre, dass ich der Seite andere Namen gab, zwei Seiten zusammenlegte … klar, das war für die Fans vielleicht verwirrend, sorgte aber bei mir für mehr Klarheit. Ich habe das stets öffentlich auf der Seite kommuniziert, was ich vorhabe, was mit der Seite geschieht, welche Inhalte zu erwarten sind, was die Namensänderung bedeutet  – und was geschah?

Die Facebook-Fans wurden (trotzdem) weniger.

Speziell jetzt in letzter Zeit merke ich, wie mir die Leute wieder abspringen, aufgrund meiner letzten Postings. Und weißt du was?

Ich bin froh darüber. Denn nach rund neun Jahren Facebook, davon fast fünf Jahre aktiv mit mehreren Facebook-Fanseiten und als Gruppen-Admin, habe ich eines verstanden: Die Facebook-Leser, die gehen sind genauso wertvoll wie die, die bleiben. Denn die, die gehen, die gehen deshalb, weil das, was ich poste aus irgendeinem Grund nicht mehr relevant ist für sie. Ich finde das sehr gut, denn so kann ich mir sicher sein, dass die Leute, die noch hier sind, auch das lesen wollen, was ich schreibe. Und genau mit diesen Leuten wünsche ich mir eine Kommunikation auf den sozialen Kanälen. Ich schreibe und poste nicht, um keine Antwort zu erhalten. Ganz im Gegenteil: Ich freue mich auf Feedback & Austausch. Das kann ich mir von Menschen nicht erwarten, die sich nicht (mehr) für mein Thema interessieren.

Mit jedem Fan, der geht, kann ich mir sicher sein, dass die zurückbleiben, die etwas von mir lesen wollen.

Ich habe in den letzten 4 Wochen 17 Facebook-Fans „verloren“ – 12 neue Leser sind dafür dazugekommen. Ich freue mich über die 12 Neuen sehr und genauso freue ich mich über die 17, die gegangen sind. Denn wichtiger als die Gesamtfanzahl ist mir das, was mit den Menschen, die mir folgen, passiert, wenn ich etwas poste. Im besten Falle bewegt sich etwas bei ihnen. Das kann aber nur geschehen, wenn auch gelesen wird, was ich schreibe.

 

Was sind deine Erfahrungswerte mit „abspringenden“ Fans?

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